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Metall IARC 2A

Blei

Aus dem Benzin verbannt — im Tabak weiter dabei.

Blei

Auf einen Blick

Auch bekannt als
Plumbum · Pb
CAS-Nummer
7439-92-1
Toxizität

Sehr hoch

Krebserregend
Ja — IARC Gruppe 2A
Im Zigarettenrauch
50-200 ng per cigarette (DKFZ)
Im Vape-Aerosol
leaches from low-quality coils and solder joints

Was ist Blei?

Blei ist ein weiches, sehr dichtes Schwermetall und einer der ältesten von Menschen genutzten Werkstoffe. Anorganische Bleiverbindungen sind von der IARC als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ (Gruppe 2A) eingestuft, organische als Gruppe 3. Über die Wurzeln gelangt Blei aus belasteten Böden in die Tabakpflanze.

Warum ist Blei in Zigaretten?

Blei findet sich in Spuren in fast allen Böden — natürliche Vorkommen plus Reste aus Jahrzehnten verbleiten Benzins, das bis in die 1990er-Jahre der Hauptluftschadstoff Europas war. Tabakpflanzen reichern Blei aus dem Boden im Blatt an. Pro Zigarette gelangen 50 bis 200 Nanogramm Blei in den Hauptstromrauch — Raucher haben deutlich höhere Blut-Bleiwerte als Nichtraucher (Quelle: DKFZ).

Was Blei im Körper macht — kurzfristig

Akute Bleivergiftung tritt nur bei sehr hohen Dosen auf — etwa nach versehentlicher Aufnahme bleihaltiger Farben. Die Bleimengen aus einer Zigarette verursachen keine bemerkbaren Akutsymptome. Wie Cadmium ist Blei ein klassischer Kumulationsschadstoff: Es bindet im Blut an Erythrozyten und wandert in Knochen, Niere und Gehirn. Die biologische Halbwertszeit in den Knochen liegt bei über 20 Jahren.

Was Blei langfristig macht

Chronische Bleibelastung ist neurotoxisch. Bei Erwachsenen zeigt sich das in Konzentrationsstörungen, Bluthochdruck und Nierenfunktionsstörungen. Bei Schwangeren und Kindern wirkt Blei besonders schädlich auf die Hirnentwicklung — pränataler Bleikontakt korreliert messbar mit niedrigerem IQ im späteren Leben. Die WHO benennt explizit „keine sichere Blutbleikonzentration“. Hinzu kommen kardiovaskuläre Effekte: höhere Blut-Bleiwerte sind statistisch mit erhöhter Herzinfarkt- und Schlaganfall-Sterblichkeit assoziiert.

Wo kennst du Blei sonst noch?

Blei kennst du aus Auto-Bleiakkus (Starterbatterien — immer noch erlaubt), aus historischen Farbpigmenten (Bleiweiß, in der EU seit den 1970er-Jahren verboten), aus Munition und Angelblei. Verbleites Benzin (Bleitetraethyl) wurde in Deutschland 1996 verboten — der durchschnittliche Blut-Bleiwert der Bevölkerung sank danach um über 80 Prozent. Tabakrauch ist heute eine der letzten weit verbreiteten Bleiquellen.

Bleiakkus (Autostarter-Batterien)verbleites Benzin (in DE seit 1996 verboten)Bleiweiß-Farbpigmente (EU-verboten)Munition und Angelblei

Im Vergleich

Für Blei in der Atemluft am Arbeitsplatz gibt es in Deutschland aktuell keinen festen AGW — die Belastung wird stattdessen über Blutblei-Werte überwacht (biologischer Grenzwert BGW: 150 µg/L). Eine EU-Richtlinie aus 2024 schlägt einen neuen Luftgrenzwert von 0,03 mg/m³ vor. Die Mengen pro Zigarette wirken klein, kumulieren sich aber über Jahrzehnte im Körper — die WHO benennt keine sichere Untergrenze für Bleibelastung.

Arbeitsplatz-Grenzwert: AGW derzeit nicht festgelegt; biologischer Grenzwert (BGW) 150 µg/L Blut; EU-Richtlinie 2024 schlägt 0,03 mg/m³ vor

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