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Vape-spezifisch

Pflanzliches Glycerin (VG)

Hautcreme, Hustensaft — und beim Erhitzen Acrolein.

Pflanzliches Glycerin (VG)

⚠ Klingt harmlos — ist es nicht

Glycerin klingt nach Kosmetik — und ist es auch. Beim Erhitzen über 280 °C zerfällt es jedoch zu Acrolein, einem starken Atemwegsreizstoff und IARC-2A-Karzinogen.

Auf einen Blick

Auch bekannt als
VG · Glycerin · Glycerol · Propan-1,2,3-triol
CAS-Nummer
56-81-5
Toxizität

Niedrig

Krebserregend
Nicht klassifiziert für Krebs
Im Zigarettenrauch
Im Vape-Aerosol
Hauptkomponente, typisch 30-70 % des Liquids; pro Zug 1-3 mg

Was ist Pflanzliches Glycerin (VG)?

Pflanzliches Glycerin (VG, Glycerol) ist eine farblose, geruchlose und süßliche Flüssigkeit mit hoher Viskosität. Sie ist in der EU als Lebensmittelzusatzstoff E422 zugelassen, von der WHO als ADI „nicht festgelegt“ eingestuft (gilt als grundsätzlich sicher) und ist Standard-Trägerstoff in Hustensäften, Hautcremes und Glycerinseifen. In E-Zigaretten-Liquids erzeugt VG die dichten, sichtbaren Dampfwolken.

Warum ist Pflanzliches Glycerin (VG) in Zigaretten?

Während PG für den Throat Hit zuständig ist, sorgt VG in Vape-Liquids für die Dampfdichte und die süße Geschmacksnote. Pro Zug gelangen 1 bis 3 Milligramm VG als Aerosol in die Lunge. Wie bei PG ist die orale und dermale Aufnahme seit Jahrzehnten erforscht und gilt als unbedenklich — die langjährige Inhalation als Aerosol bei Vape-Nutzern ist es nicht.

Was Pflanzliches Glycerin (VG) im Körper macht — kurzfristig

VG reizt die Schleimhäute weniger als PG, kann aber bei hohen Dosen einen trockenen Hals und gelegentlich Husten beim Inhalieren auslösen. Die viskose, süße Substanz hinterlässt einen leichten Belag auf der Mundschleimhaut. In klinischen Studien an Asthmatikern wurde direkt nach VG-Aerosol-Inhalation eine vorübergehende Bronchokonstriktion gemessen — ein Hinweis darauf, dass auch der „harmlose Trägerstoff“ kurzfristig auf die Atemwege wirkt.

Was Pflanzliches Glycerin (VG) langfristig macht

Die kritische Wirkung von VG entsteht nicht bei normaler Verdampfung, sondern bei der thermischen Zersetzung: Wird VG über 270 °C erhitzt — wie bei hohen Wattzahlen oder „Dry Hits“ — zerfällt es zu Acrolein, einem starken Atemwegsreizstoff und seit 2021 IARC-2A-Karzinogen (Quelle: Sleiman et al., ES&T 2016). In selteneren Fällen wurden bei chronischen VG-Aerosol-Nutzern auch lipoid-pneumonische Befunde dokumentiert — Lungengewebe, das mit feinen Glycerin-Tröpfchen durchsetzt ist und Entzündungsreaktionen auslöst.

Wo kennst du Pflanzliches Glycerin (VG) sonst noch?

VG kennst du als Bestandteil von Hustensäften und Hautcremes, als Süßungs- und Feuchthaltemittel in Lebensmitteln (E422), in Glycerinseife (besonders mild zur Haut) und in Zahncreme. Industriell wird Glycerin als Rohstoff für die Sprengstoffherstellung (Nitroglycerin) eingesetzt — die Substanz selbst ist also vielfältig genutzt, ihre Inhalation als Aerosol aber neu.

Lebensmittelzusatzstoff E422Feuchtigkeitsspender in KosmetikTrägerstoff in HustensäftenGlycerinseife

Im Vergleich

Der Arbeitsplatz-Grenzwert für Glycerin-Nebel liegt bei 10 mg/m³ (OSHA PEL und ACGIH TLV-TWA); in der deutschen DFG-MAK-Liste ist Glycerin-Nebel nicht eigens aufgeführt. Ein Vape-Nutzer mit 300 Zügen am Tag nimmt etwa 0,5 bis 1 Gramm VG auf — über reine VG-Toxizität kein Problem, aber der Grenzwert wurde für Industrie-Glycerin-Nebel festgelegt, nicht für die hohen Verdampfungstemperaturen einer Vape-Coil.

Arbeitsplatz-Grenzwert: 10 mg/m³ (Glycerin-Nebel, OSHA PEL / ACGIH TLV-TWA)

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