Propylenglykol (PG)
Lebensmittel-zugelassen — als Aerosol über Jahre eine Datenlücke.

⚠ Klingt harmlos — ist es nicht
PG gilt als Lebensmittelzusatzstoff (E1520) und Pharmaka-Trägerstoff — als Aerosol über Jahre eingeatmet ist die Datenlage allerdings dünn, und bei Überhitzung (hohe Wattzahl, Dry Hits) entstehen Formaldehyd, Acetaldehyd und Acrolein.
Auf einen Blick
- Auch bekannt als
- PG · 1,2-Propandiol · Propan-1,2-diol
- CAS-Nummer
- 57-55-6
- Toxizität
Niedrig
- Krebserregend
- Nicht klassifiziert für Krebs
- Im Zigarettenrauch
- Im Vape-Aerosol
- Hauptkomponente, typisch 30-70 % des Liquids; pro Zug 1-3 mg
Was ist Propylenglykol (PG)?
Propylenglykol (PG) ist eine farblose, leicht süßliche und sirupartige Flüssigkeit. In der EU als Lebensmittelzusatzstoff E1520 zugelassen, gilt es als Trägerstoff in Pharmaka, Kosmetik und Bühnen-Nebelmaschinen als unbedenklich für die orale und Haut-Aufnahme. In E-Zigaretten-Liquids ist PG zusammen mit pflanzlichem Glycerin der wichtigste Trägerstoff und macht typischerweise 30 bis 70 Prozent des Liquids aus.
Warum ist Propylenglykol (PG) in Zigaretten?
PG hat zwei Funktionen in Vape-Liquids: Es löst Nikotin und Aromen, und es erzeugt beim Erhitzen den charakteristischen Throat Hit — das leichte Kratzen im Hals, das viele Raucher als Reizmilderung erleben. Pro Zug gelangen 1 bis 3 Milligramm PG als Aerosol in die Lunge. Diese Aufnahmeart ist neu — orale Aufnahme über Lebensmittel und Pharmaka ist seit Jahrzehnten erforscht, langjährige Inhalation als Aerosol ist es nicht.
Was Propylenglykol (PG) im Körper macht — kurzfristig
PG reizt akut die Schleimhäute der oberen Atemwege, was sich als trockener Mund, kratziger Hals und vermehrter Speichelfluss zeigt. Viele Vape-Anfänger berichten genau diese Symptome in den ersten Wochen, weil PG dem Gewebe Feuchtigkeit entzieht (es ist ein Humektant — bindet Wasser). Diese Reizung verschwindet meist nach Eingewöhnung, was nicht bedeutet, dass die Wirkung verschwunden ist, sondern dass die Schleimhaut sich angepasst hat.
Was Propylenglykol (PG) langfristig macht
Die wissenschaftliche Datenlage zur langfristigen Inhalation von PG-Aerosol ist dünn. Studien an Schauspielern und Bühnenpersonal mit jahrelangem Nebelmaschinen-Kontakt zeigen erhöhte Atemwegssymptome, aber keine eindeutigen schweren Schäden. Bei hohen Wattzahlen oder Dry Hits zerfällt PG jedoch zu Formaldehyd, Acetaldehyd, Methylglyoxal und Acrolein. Diese Pyrolyseprodukte sind die eigentliche Sorge, nicht PG selbst.
Wo kennst du Propylenglykol (PG) sonst noch?
PG kennst du aus der Lebensmittelverpackung als E1520 (Trägerstoff für Aromen, Farben, Süßstoffe), als Nebel in Bühnen- und Konzert-Nebelmaschinen und als Frostschutzmittel in Klimaanlagen. In Pharmaka ist PG der Standardträger für viele intravenöse und orale Wirkstoffe — etwa in Diazepam-Injektionen und manchen Hustensäften.
Im Vergleich
Es gibt keinen DFG-MAK-Wert speziell für PG-Aerosol; NIOSH empfiehlt 10 mg/m³ als Schichtwert für PG-Nebel am Arbeitsplatz. Ein Vape-Nutzer mit 300 Zügen am Tag nimmt etwa 0,5 bis 1 Gramm PG auf — als Tagesdosis ist das hoch, aber die kritische Frage bleibt nicht die Menge an PG selbst, sondern die Pyrolyseprodukte, die bei jeder Aerosolisierung entstehen.
Arbeitsplatz-Grenzwert: kein DFG MAK; NIOSH-Empfehlung 10 mg/m³ (8h, Aerosol)
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