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Pflanzenstoff

Nikotin

Das Suchtmittel. Nicht das, was dich tötet — das, was dich nicht mehr loslässt.

Nikotin

Auf einen Blick

Auch bekannt als
Nicotin · Nikotinsalze (Vape)
CAS-Nummer
54-11-5
Toxizität

Hoch

Krebserregend
Nicht klassifiziert für Krebs
Im Zigarettenrauch
1.0-2.5 mg delivered per cigarette (ISO yield, varies by puff topography)
Im Vape-Aerosol
0.5-2 mg per ml liquid (typical), Salt-Nikotin bis 20 mg/ml

Was ist Nikotin?

Nikotin ist ein Alkaloid aus der Tabakpflanze und einer der am stärksten suchterzeugenden Stoffe überhaupt. Im Gegensatz zu vielen anderen Tabakschadstoffen ist Nikotin nicht als krebserregend eingestuft — seine Hauptwirkung ist die Aktivierung des Belohnungssystems im Gehirn. In Nikotinersatzprodukten (Pflaster, Kaugummi) gilt es als therapeutisch nutzbar; in Zigaretten ist es der Stoff, der Raucher rauchen lässt.

Warum ist Nikotin in Zigaretten?

Nikotin ist in der Tabakpflanze natürlich enthalten — pro Zigarette werden zwischen 1,0 und 2,5 Milligramm Nikotin tatsächlich an den Raucher abgegeben (genaue Werte hängen von der Schachtelangabe und der individuellen Inhaltionsweise ab, ISO 3308). In Vape-Liquids wird Nikotin gezielt zugesetzt, meist 3 bis 20 Milligramm pro Milliliter, in Nikotinsalzen für noch schnellere Aufnahme.

Was Nikotin im Körper macht — kurzfristig

Nikotin erreicht das Gehirn etwa 7 bis 10 Sekunden nach dem Inhalieren. Es bindet an nikotinerge Acetylcholin-Rezeptoren und löst die Ausschüttung von Dopamin im Belohnungssystem aus — die Grundlage der Suchtbildung. Begleitend steigen Herzfrequenz und Blutdruck, periphere Blutgefäße verengen sich, die Hände werden kälter. Nach etwa 30 Minuten beginnt der Pegel wieder zu sinken — der typische Auslöser für den nächsten Griff zur Zigarette.

Was Nikotin langfristig macht

Chronische Nikotin-Aufnahme verändert die Rezeptordichte im Gehirn dauerhaft und ist ein zentraler Grund, warum spontane Aufhörversuche häufig scheitern. Kardiovaskulär kann Nikotin durch wiederholte Vasokonstriktion zur Belastung des Herz-Kreislauf-Systems beitragen. In der Schwangerschaft kann Nikotin die Entwicklung des fötalen Gehirns und des vegetativen Nervensystems beeinträchtigen (Quellen: NHS, NEJM).

Wo kennst du Nikotin sonst noch?

Lange bevor Nikotin als Suchtsubstanz industriell genutzt wurde, war es ein klassisches Pflanzenschutzmittel — extrem effektiv und für Insekten hochtoxisch. Reines Nikotin ist auch für Erwachsene in Dosen ab etwa 30 bis 60 Milligramm akut lebensgefährlich. Eine einzelne Vape-Liquid-Flasche enthält oft genug Nikotin, um ein Kleinkind zu töten — was zu zunehmenden Vergiftungsfällen führt.

historisches PflanzenschutzmittelNikotinersatztherapien (Pflaster, Kaugummi)

Im Vergleich

Der Arbeitsplatz-Grenzwert für Nikotin liegt bei 0,5 mg/m³ über 8 Stunden (DFG MAK). Eine einzelne Zigarette liefert die ein- bis fünffache Menge dieses 8-Stunden-Grenzwerts in wenige Atemzüge — und das mehrmals täglich, von früh bis spät.

Arbeitsplatz-Grenzwert: 0.5 mg/m³ (DFG MAK, 8 h)

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