Limonen
Riecht nach Orange — als Aerosol oxidiert es zu allergenen Folgeprodukten.

⚠ Klingt harmlos — ist es nicht
Limonen riecht nach Orange und ist als Lebensmittel- und Kosmetik-Inhaltsstoff zugelassen — als Aerosol oxidiert und pyrolysiert es allerdings zu allergenen und reizenden Folgeprodukten, die in der Lunge tiefer wirken als auf der Haut.
Auf einen Blick
- Auch bekannt als
- D-Limonen · Citrusterpen
- CAS-Nummer
- 5989-27-5
- Toxizität
Mittel
- Krebserregend
- Nicht klassifiziert für Krebs
- Im Zigarettenrauch
- Im Vape-Aerosol
- in Citrus-, Frucht- und „cooling“-Liquids; beim Erhitzen Bildung reizender Pyrolyseprodukte
Was ist Limonen?
Limonen ist ein Monoterpen, der charakteristische Geruchsstoff der Zitrusschalen. D-Limonen (das natürliche Spiegelbild-Isomer) ist Hauptbestandteil ätherischer Öle aus Orange, Zitrone und Bergamotte. Die IARC stuft D-Limonen als Gruppe 3 ein. In Lebensmitteln, Reinigungsmitteln und Kosmetik weit verbreitet, in Vape-Aerosolen tritt es in Citrus- und Frucht-Aromen auf.
Warum ist Limonen in Zigaretten?
Limonen wird in Vape-Aromen für Citrus-, Frucht- und teilweise „cooling“-Profile eingesetzt. Anders als bei reinem Aromastoff-Geschmack hat Limonen eine charakteristische Eigenschaft: Es oxidiert sehr leicht an der Luft und beim Erhitzen — wenn die Flasche schon ein paar Wochen offen ist oder die Coil ungewohnt heiß wird, entstehen Limonen-Oxidationsprodukte mit eigener biologischer Wirkung.
Was Limonen im Körper macht — kurzfristig
Limonen selbst ist akut wenig reizend. Die problematischen Stoffe sind seine Oxidationsprodukte — vor allem Limonen-1,2-Oxid und Carvon. Diese Folgeprodukte sind potente Kontaktallergene und können bei sensibilisierten Personen Reizungen und Atemwegssymptome auslösen. Studien (Karlsson et al., 2007) zeigen, dass etwa 6 bis 11 Prozent von Patienten in dermatologischen Kontaktallergie-Kohorten auf Limonen-Oxidationsprodukte positiv reagieren — in der Allgemeinbevölkerung liegt die Rate niedriger.
Was Limonen langfristig macht
Chronische Limonen-Inhalation aus Vape-Aerosolen ist toxikologisch noch jung untersucht. Hinweise aus Tierstudien deuten auf Nieren-Belastung bei hohen Dosen hin — beim Menschen ist die Nierenwirkung weniger relevant als bei männlichen Ratten (Spezies-spezifischer α-2u-Globulin-Mechanismus). Die größere Sorge bei Vape-Anwendung sind die allergenen Oxidationsprodukte plus die Pyrolyse zu reaktiven Aldehyden — Limonen bei hoher Coil-Temperatur kann Acrolein und Acetaldehyd freisetzen.
Wo kennst du Limonen sonst noch?
Limonen kennst du als Hauptgeruch frisch geschälter Orangen oder Zitronen und als Hauptbestandteil natürlicher Citrus-Reinigungsmittel (öko-Allzweckreiniger). In Kosmetik und Lebensmittelaromen ist Limonen extrem verbreitet. EU-Kosmetik-Verordnung verlangt eine Allergen-Kennzeichnung bei höheren Limonen-Konzentrationen, weil die Sensibilisierung über Hautkontakt häufig vorkommt.
Im Vergleich
Der ACGIH-Empfehlungswert für D-Limonen am Arbeitsplatz liegt bei 30 ppm (170 mg/m³) als 8-Stunden-Schichtwert. Vape-Aerosol-Inhalation liegt in den absoluten Mengen darunter, aber die Oxidations- und Pyrolyse-Produkte sind in den üblichen Grenzwerten nicht miterfasst — und gerade diese sind das eigentliche Risiko.
Arbeitsplatz-Grenzwert: ACGIH TLV-TWA 30 ppm (170 mg/m³)
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