Vanillin
Lebensmittel-zugelassen — als Aerosol entstehen reizende Pyrolyseprodukte.

⚠ Klingt harmlos — ist es nicht
Vanillin ist als Lebensmittelaroma harmlos — beim Verdampfen entstehen jedoch aldehydische Pyrolyseprodukte, die Atemwegszellen reizen. Mengen in Liquids weit über Lebensmittel-Konzentrationen.
Auf einen Blick
- Auch bekannt als
- 4-Hydroxy-3-methoxybenzaldehyd · Künstliche Vanille
- CAS-Nummer
- 121-33-5
- Toxizität
Niedrig
- Krebserregend
- Nicht klassifiziert für Krebs
- Im Zigarettenrauch
- Im Vape-Aerosol
- in praktisch allen Dessert-, Custard- und Bäckerei-Aromen enthalten
Was ist Vanillin?
Vanillin ist der Hauptaromastoff der Vanille — chemisch ein einfacher Phenolaldehyd. Natürlich kommt es in der Vanille-Schote vor, industriell wird es synthetisch aus Lignin oder Guaiacol hergestellt. In Lebensmitteln und Pharmaka als Aromastoff seit Jahrzehnten zugelassen, in der Inhalation ist Vanillin allerdings weniger gut untersucht.
Warum ist Vanillin in Zigaretten?
Vanillin ist Bestandteil praktisch aller Dessert-, Custard-, Bäckerei- und Karamell-Aromen in E-Liquids. Da der Süß-Geschmack in der aerosolisierten Form ansprechend weiterwirkt, werden Vanillin und Ethyl-Vanillin in deutlich höheren Konzentrationen als in Lebensmitteln eingesetzt — teils im einstelligen Prozent-Bereich der Liquid-Masse.
Was Vanillin im Körper macht — kurzfristig
Vanillin selbst reizt die Atemwege in den üblichen Konzentrationen kaum spürbar. Bahl et al. (2012) zeigten allerdings, dass vanillin-haltige E-Liquids in Reproduktionstoxizitäts-Tests auf Stammzellen toxischer wirkten als die reinen Trägerstoffe PG und VG. Die Wirkung steigt mit der Konzentration im Liquid.
Was Vanillin langfristig macht
Beim Verdampfen entstehen aus Vanillin durch Pyrolyse aldehydische Folgeprodukte — darunter Spurenmengen von Formaldehyd und Methylglyoxal. Diese Sekundärstoffe sind das eigentliche Langzeitrisiko, nicht Vanillin selbst. Clapp et al. (2017) wiesen in Vanille-Liquid-Aerosolen messbare Beeinträchtigung der Bronchialepithel-Funktion nach.
Wo kennst du Vanillin sonst noch?
Vanillin kennst du als Vanillegeschmack in Eis, Schokolade, Backwaren, Pharmaka (Hustensaft-Süßung) und Parfümerie. Natürliche Vanille enthält Vanillin in Konzentrationen von etwa 1 bis 2 Prozent der Schoten-Masse; in synthetischer Lebensmittelaromatisierung sind die Konzentrationen ähnlich oder niedriger — in Vape-Liquids deutlich höher.
Im Vergleich
Für Vanillin in der Atemluft gibt es keinen eigenen Arbeitsplatz-Grenzwert, weil die Substanz historisch ein Lebensmittelaroma war. Bei Inhalation aus Vape-Aerosolen liegt die Belastung pro Zug typischerweise im Mikrogramm-Bereich — die Folgeprodukte aus der Pyrolyse sind das eigentlich zu bewertende Risiko.
Arbeitsplatz-Grenzwert: kein eigener Grenzwert (Lebensmittelaroma)
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