Formaldehyd
Konservierungsmittel für Leichen — und Bestandteil jedes Zugs.

Auf einen Blick
- Auch bekannt als
- Methanal · Formalin
- CAS-Nummer
- 50-00-0
- Toxizität
Hoch
- Krebserregend
- Ja — IARC Gruppe 1
- Im Zigarettenrauch
- 40-100 μg per cigarette (DKFZ)
- Im Vape-Aerosol
- 2-50 μg per puff at high wattage (Jensen et al., NEJM 2015)
Was ist Formaldehyd?
Formaldehyd ist ein stechend riechendes Gas und der einfachste Aldehyd. Es wird industriell als Konservierungs- und Klebemittel eingesetzt. Die IARC stuft Formaldehyd seit 2004 als „krebserregend für den Menschen“ (Gruppe 1) ein. Im Zigarettenrauch entsteht es als Pyrolyseprodukt — und ebenso bei trocken laufenden Vape-Coils.
Warum ist Formaldehyd in Zigaretten?
Bei der unvollständigen Verbrennung von Zellulose und Tabakzuckern bilden sich Formaldehyd und andere kurzkettige Aldehyde. Pro Zigarette gelangen 40 bis 100 Mikrogramm Formaldehyd in den Hauptstromrauch (Quelle: DKFZ). In Vapes entsteht Formaldehyd, wenn die Heizspirale heißer wird, als das Liquid verdampft — sogenanntes „Dry Hit“. Bei hohen Wattzahlen wurden bis zu 50 Mikrogramm pro Zug gemessen.
Was Formaldehyd im Körper macht — kurzfristig
Formaldehyd reizt sofort die Augen, die Nasenschleimhaut und die oberen Atemwege. Brennen im Hals, Husten, gerötete Augen und Hautreaktionen treten bereits in niedrigen Konzentrationen auf. Empfindliche Menschen reagieren mit asthmaähnlichen Symptomen. Die Reizwirkung ist unmittelbar und auch bei niedriger Belastung über Jahre nachweisbar.
Was Formaldehyd langfristig macht
Die IARC hat Formaldehyd 2004 nach Auswertung mehrerer Berufskohorten als humankarzinogen klassifiziert. Belegt sind insbesondere Nasopharynxkarzinome (Tumoren im oberen Rachen) und Leukämien. Chronische Belastung führt darüber hinaus zu anhaltenden Atemwegsentzündungen und einer messbaren Verschlechterung der Lungenfunktion.
Wo kennst du Formaldehyd sonst noch?
Formaldehyd ist die Substanz, mit der Anatomie-Präparate und Leichen für die Bestattung konserviert werden. Industriell findet es sich in Span- und MDF-Plattenklebern, Klebstoffen, Konservierungsmitteln und manchen Haarglättungsprodukten — wo seine Krebs-Klassifizierung regelmäßig zu Verboten führt.
Im Vergleich
Der deutsche Arbeitsplatz-Grenzwert für Formaldehyd liegt bei 0,37 mg/m³ über 8 Stunden (DFG MAK). Eine einzelne Zigarette liefert auf wenige Sekunden Inhalation ein Vielfaches dieser Konzentration in die Lunge — direkter Atemwegskontakt mit einem nachgewiesenen Karzinogen.
Arbeitsplatz-Grenzwert: 0.37 mg/m³ (0.3 ppm, DFG MAK)
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