Tabakspezifische Nitrosamine (TSNA)
Vom Tabak selbst erzeugt. Existieren nirgendwo sonst.

Auf einen Blick
- Auch bekannt als
- TSNA · NNN · NNK
- CAS-Nummer
- 16543-55-8 (NNN), 64091-91-4 (NNK)
- Toxizität
Sehr hoch
- Krebserregend
- Ja — IARC Gruppe 1
- Im Zigarettenrauch
- 100-1000 ng total TSNA per cigarette (brand-dependent, DKFZ + Hoffmann)
- Im Vape-Aerosol
- trace amounts (depends on liquid origin and contamination)
Was ist Tabakspezifische Nitrosamine (TSNA)?
Tabakspezifische Nitrosamine (TSNA) sind eine Gruppe von Krebsauslösern, die ausschließlich in Tabakprodukten und in Spuren in Nikotinersatzprodukten vorkommen — sonst nirgendwo in der menschlichen Umwelt. Die wichtigsten sind NNN (N-Nitrosonornicotin) und NNK (4-(Methylnitrosamino)-1-(3-pyridyl)-1-butanon). Beide sind seit 2007 von der IARC als Gruppe-1-Karzinogen klassifiziert.
Warum ist Tabakspezifische Nitrosamine (TSNA) in Zigaretten?
TSNAs entstehen bereits beim Trocknen und Fermentieren der Tabakblätter: Nitrit aus dem Boden reagiert mit Nikotin und seinen Abbauprodukten zu Nitrosamin-Verbindungen. Beim Verbrennen während des Rauchens entstehen zusätzliche Mengen. Pro Zigarette gelangen je nach Marke und Verarbeitungsmethode 100 bis 1.000 Nanogramm TSNA insgesamt in den Hauptstromrauch — einige amerikanische Marken haben deutlich höhere Gehalte als europäische.
Was Tabakspezifische Nitrosamine (TSNA) im Körper macht — kurzfristig
TSNAs verursachen keine spürbaren Akutsymptome — ihre Wirkung ist rein genetisch. Wie Benzo[a]pyren werden sie im Körper enzymatisch zu reaktiven Zwischenprodukten umgewandelt, die direkt an die DNA binden und Mutationen auslösen können. NNK ist dabei besonders potent in der Lunge, NNN in der Mundhöhle und in der Speiseröhre.
Was Tabakspezifische Nitrosamine (TSNA) langfristig macht
NNK gilt als einer der wichtigsten organspezifischen Lungenkarzinogene überhaupt — Tierstudien an Ratten und Mäusen zeigen, dass NNK alleine, in Mengen weit unter dem, was ein Raucher über Jahre aufnimmt, Lungentumore hervorruft. NNN ist eng mit Krebs der Mundhöhle, des Rachens und der Speiseröhre verknüpft — die typischen Krebsarten bei Konsumenten von Kau- und Schnupftabak. Bei Zigarettenrauchern wirken beide TSNAs gleichzeitig.
Wo kennst du Tabakspezifische Nitrosamine (TSNA) sonst noch?
TSNAs existieren in der menschlichen Umwelt ausschließlich in Tabakprodukten (Zigaretten, Zigarren, Kau- und Schnupftabak, Snus) und in Spuren in Nikotinersatzprodukten. Es gibt keine industrielle Nutzung, keine Vorkommen in Lebensmitteln, kein Auftreten in Umgebungsluft jenseits von Tabakrauch. Das macht sie zu eindeutigen Markern: Wer TSNA-Abbauprodukte im Urin hat, war Tabakrauch ausgesetzt — passiv oder aktiv.
Im Vergleich
Für TSNAs gibt es keine eigenen Arbeitsplatz-Grenzwerte, weil sie tabakspezifisch sind und außerhalb der Tabakverarbeitung nicht vorkommen. Die FDA listet NNN und NNK seit 2012 als „Harmful and Potentially Harmful Constituents“ und verlangt von US-Tabakherstellern eine quantitative Berichtspflicht; ein 2017 vorgeschlagener NNN-Grenzwert von 1 µg/g Tabak betrifft ausschließlich rauchlose Tabakprodukte (Snus, Kautabak), nicht Zigaretten. Eine verbindliche EU-Regelung gibt es bisher nicht. Die einzige verlässliche Methode, TSNAs zu vermeiden, ist der Verzicht auf Tabak.
Arbeitsplatz-Grenzwert: kein Arbeitsplatz-Grenzwert (tabakspezifisch, keine anderen Vorkommen)
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