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Karzinogen IARC 1

Benzo[a]pyren

Der Stoff hinter dem ersten beruflichen Krebs der Medizingeschichte.

Benzo[a]pyren

Auf einen Blick

Auch bekannt als
BaP · B[a]P · Benzpyren
CAS-Nummer
50-32-8
Toxizität

Sehr hoch

Krebserregend
Ja — IARC Gruppe 1
Im Zigarettenrauch
8-40 ng per cigarette (DKFZ)
Im Vape-Aerosol
trace amounts at extreme wattages

Was ist Benzo[a]pyren?

Benzo[a]pyren (kurz BaP) ist ein polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoff (PAK) und einer der best-erforschten Krebsauslöser überhaupt. Die IARC stuft BaP als Gruppe-1-Karzinogen ein. Es entsteht überall dort, wo organisches Material unvollständig verbrennt — im Tabakrauch, im Grillfleisch, im Holzofen-Ruß und im Auspuff.

Warum ist Benzo[a]pyren in Zigaretten?

Bei der Pyrolyse von Tabakbestandteilen entstehen aus Aromaten und Phenolen polyzyklische Verbindungen mit 4 bis 7 verbundenen Benzolringen — Benzo[a]pyren mit fünf Ringen ist die wichtigste Leitsubstanz dieser Klasse. Pro Zigarette gelangen 8 bis 40 Nanogramm BaP in den Hauptstromrauch (Quelle: DKFZ). BaP gehört zur Teer-Fraktion und lagert sich genau dort ab, wo später Lungenkrebs typisch entsteht.

Was Benzo[a]pyren im Körper macht — kurzfristig

BaP verursacht keine spürbaren Akutsymptome — die Wirkung ist rein genetisch. Im Körper wird BaP enzymatisch zu reaktiven Epoxiden umgewandelt, die direkt an die DNA binden und sogenannte „BaP-DNA-Addukte“ bilden. Diese Addukte stören das Ablesen der DNA bei der Zellteilung und können zu Mutationen führen — vor allem im Tumorsuppressorgen p53, das bei der Mehrheit aller Lungentumore von Rauchern mutiert ist.

Was Benzo[a]pyren langfristig macht

BaP ist eine der wichtigsten Substanzen hinter dem Lungenkrebsrisiko von Rauchern. Studien können die typischen Mutationsmuster im p53-Gen direkt auf BaP-DNA-Addukte zurückführen — eine seltene Situation, in der die molekulare Schadenskette vom Karzinogen über das genetische Schadensmuster bis zum Tumor lückenlos belegt ist. Die Wirkung ist dosisabhängig, mit Risiken bereits bei sehr niedrigen Konzentrationen.

Wo kennst du Benzo[a]pyren sonst noch?

Benzo[a]pyren war der Stoff, der in den 1770er-Jahren bei Londoner Schornsteinfegern die erste Beschreibung einer berufsbedingten Krebserkrankung lieferte — der Chirurg Sir Percivall Pott beobachtete den ungewöhnlich hohen Hodenkrebs-Anteil bei Jugendlichen, die täglich Ruß ausgesetzt waren. Der Stoff entsteht auch heute bei jedem zu lang gegrillten Steak (an den schwarzen Verbrennungsspuren), in Dieselabgasen und in Schornstein-Ruß.

verkohlte Stellen am GrillfleischDieselabgaseSchornstein-RußSteinkohlenteer

Im Vergleich

Die Akzeptanzkonzentration für Benzo[a]pyren am Arbeitsplatz liegt in Deutschland bei 0,00007 mg/m³ (70 ng/m³, TRGS 910) — die Toleranzkonzentration als oberste duldbare Grenze beträgt 700 ng/m³. Beide gehören zu den niedrigsten Werten überhaupt, weil bereits Spuren signifikant zum Krebsrisiko beitragen. Die Konzentrationen im Zigarettenrauch übersteigen diese Werte in den kurzen Inhalations-Sekunden um Größenordnungen.

Arbeitsplatz-Grenzwert: 0.00007 mg/m³ (70 ng/m³ Akzeptanzkonzentration, 700 ng/m³ Toleranzkonzentration, TRGS 910)

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