Chrom(VI)
Die Erin-Brockovich-Substanz — nachweisbar aus manchen Vape-Coils im Aerosol.

Auf einen Blick
- Auch bekannt als
- Cr(VI) · Chrom(VI) · Sechswertiges Chrom
- CAS-Nummer
- 18540-29-9
- Toxizität
Sehr hoch
- Krebserregend
- Ja — IARC Gruppe 1
- Im Zigarettenrauch
- trace amounts (variable, Cr(VI) typischerweise < 1 ng pro Zigarette)
- Im Vape-Aerosol
- 0.1–1 µg pro Zug aus billigen Heizdrähten; Erin Brockovich Story
Was ist Chrom(VI)?
Chrom kommt in zwei sehr unterschiedlichen Oxidationsstufen vor: Chrom(III) ist ein essentielles Spurenelement, Chrom(VI) ist eines der gefährlichsten beruflichen Karzinogene überhaupt. Die IARC stuft Chrom(VI)-Verbindungen seit 1990 als Gruppe-1-Karzinogen ein. In Vape-Aerosolen kann Chrom aus dem Coil-Material in die freie sechswertige Form übergehen.
Warum ist Chrom(VI) in Zigaretten?
Im klassischen Tabakrauch sind Chrom-Mengen gering und liegen meist als Chrom(III) vor — die problematische Quelle ist hier nicht primär Tabak. In Vape-Aerosolen sieht es anders aus: Heizdrähte aus Nickel-Chrom-Legierungen können bei hohen Temperaturen Chrom freisetzen, das durch die oxidativen Bedingungen teilweise zu Chrom(VI) konvertiert. Studien (Olmedo et al., 2018) wiesen in der Größenordnung von Sub-Mikrogramm-Mengen Chrom pro Zug nach, mit erheblicher Streuung zwischen Geräten und Wattzahlen.
Was Chrom(VI) im Körper macht — kurzfristig
In den Mengen aus Vape-Aerosolen verursacht Chrom keine spürbaren Akutsymptome. Bei höheren beruflichen Belastungen — etwa beim Verchromen in der Galvanik oder beim Schweißen von Edelstahl — kommt es zu starker Nasenreizung, Hautgeschwüren beim Kontakt und chronisch zu „Chromlöchern“ in der Nasenscheidewand. Die kurzfristige Inhalation aus Vapes ist messbar, aber unterhalb der akuten Reizungsschwelle.
Was Chrom(VI) langfristig macht
Chrom(VI) ist eines der best-belegten Lungenkarzinogene aus dem Arbeitsplatzkontext. Beim Verchromen exponierte Arbeiter zeigten in mehreren Kohortenstudien deutlich erhöhte Lungenkrebsraten. Die Wirkung beruht auf der Reduktion von Cr(VI) zu Cr(III) innerhalb der Zelle, bei der reaktive Sauerstoffradikale und DNA-Schäden entstehen. Wie viel Risiko aus jahrelangem Vapen mit metallausgasenden Coils kommt, ist Forschungsgegenstand; das Risiko ist real, die genaue Größenordnung wird seit 2018 abgeschätzt.
Wo kennst du Chrom(VI) sonst noch?
Chrom(VI) wurde durch den Film „Erin Brockovich“ einer breiten Öffentlichkeit bekannt — die echte Geschichte handelte von verseuchtem Trinkwasser in Hinkley, Kalifornien, wo Pacific Gas & Electric Cr(VI)-haltiges Kühlwasser eingeleitet hatte. Industriell findet sich Chrom(VI) in der Galvanik (Verchromen), in der Edelstahl-Schweißverarbeitung und historisch in Lederherstellung und Holzschutzmitteln (heute weitgehend verboten).
Im Vergleich
Die Akzeptanzkonzentration für Chrom(VI) am Arbeitsplatz liegt in Deutschland bei 1 µg/m³ (TRGS 910); die Toleranzkonzentration als oberste duldbare Grenze bei 10 µg/m³. Ein einzelner Zug aus einem billigen Vape-Coil kann diese Werte für die Sekunden der Inhalation um ein Vielfaches überschreiten.
Arbeitsplatz-Grenzwert: 1 µg/m³ (Akzeptanzkonzentration), 10 µg/m³ (Toleranzkonzentration, TRGS 910)
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