Ammoniumphosphat
Klingt nach Dünger — ist Sucht-Verstärker im Zigarettenpapier.

⚠ Klingt harmlos — ist es nicht
Klingt nach Dünger und ist es auch — wird in Zigarettenpapier eingearbeitet, um beim Verbrennen Ammoniak freizusetzen und damit Nikotin pH-bedingt schneller resorbierbar zu machen (Free-Basing).
Auf einen Blick
- Auch bekannt als
- Diammoniumphosphat · DAP · (NH₄)₂HPO₄
- CAS-Nummer
- 7783-28-0
- Toxizität
Niedrig
- Krebserregend
- Nicht klassifiziert für Krebs
- Im Zigarettenrauch
- added to paper/tobacco; releases ammonia upon combustion
Was ist Ammoniumphosphat?
Diammoniumphosphat (DAP, (NH₄)₂HPO₄) ist ein anorganisches Salz und in der Industrie hauptsächlich als Stickstoff-Phosphat-Dünger bekannt. Zusätzlich findet es Anwendung als Flammschutzmittel, Lebensmittelzusatzstoff (E342) und in der Zigarettenherstellung als Behandlung des Rauchpapiers oder Tabaks.
Warum ist Ammoniumphosphat in Zigaretten?
Diammoniumphosphat ist einer der wichtigsten Free-Basing-Additive in modernen Zigaretten. Im Zigarettenpapier oder direkt im Tabak eingearbeitet, setzt es beim Verbrennen Ammoniak frei und verschiebt damit den pH-Wert des Rauchs in den basischen Bereich. Diese pH-Verschiebung wandelt Nikotin in seine freie Base um — und freie Nikotin-Base wird in der Lunge schneller und vollständiger resorbiert als die Salzform. Brown-&-Williamson-Dokumente aus den 1990er-Jahren belegen, dass diese Technologie gezielt zur Erhöhung der Suchtwirkung entwickelt wurde.
Was Ammoniumphosphat im Körper macht — kurzfristig
Diammoniumphosphat selbst wird beim Rauchen vollständig zu Ammoniak und kleineren Bruchstücken zersetzt. Akute Wirkungen kommen vom freigesetzten Ammoniak — siehe dazu unseren Eintrag „Ammoniak“. Die wesentliche akute Wirkung ist nicht reizend, sondern indirekt: schnellere Nikotinaufnahme, früherer Suchteffekt, kürzere Pausen zwischen Zigaretten.
Was Ammoniumphosphat langfristig macht
Die Langzeitwirkung von Diammoniumphosphat im Tabakkontext ist die Aufrechterhaltung und Vertiefung der Nikotinabhängigkeit. Studien an Zigarettenmarken mit und ohne pH-anhebende Additive zeigen unterschiedliche Suchtbindungs-Profile bei Konsumenten — höhere Tagesmengen, kürzere Quit-Intervalle, häufigere Rückfälle. Die Substanz selbst ist toxikologisch wenig bedenklich — ihre Funktion macht sie problematisch.
Wo kennst du Ammoniumphosphat sonst noch?
Diammoniumphosphat ist weltweit der meistverbreitete mineralische Stickstoff-Phosphat-Dünger in der Landwirtschaft. Als Flammschutzmittel wird es zur Imprägnierung von Theater-Kulissen, Papier und Holz eingesetzt. In der Lebensmittelindustrie (E342) dient es als Säureregulator und Hefe-Nährstoff für Brot- und Weingärung. Verbraucher kennen es höchstens vom Säckchen-Etikett.
Im Vergleich
Der Arbeitsplatz-Grenzwert für Diammoniumphosphat als einatembarer Staub liegt bei 10 mg/m³ (AGW TRGS 900) — ein hoher Wert, weil die Substanz akut wenig giftig ist. Die toxikologische Bedeutung in der Zigarette ist nicht die Substanz selbst, sondern die durch sie ermöglichte Sucht-Optimierung.
Arbeitsplatz-Grenzwert: 10 mg/m³ (einatembare Stäube, AGW TRGS 900)
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