Aceton
Lösungsmittel — von der Druckerei bis in die Lunge.

Auf einen Blick
- Auch bekannt als
- Propanon · Dimethylketon
- CAS-Nummer
- 67-64-1
- Toxizität
Mittel
- Krebserregend
- Nicht klassifiziert für Krebs
- Im Zigarettenrauch
- 100-250 μg per cigarette (DKFZ)
Was ist Aceton?
Aceton ist ein farbloses, leichtflüchtiges Lösungsmittel mit charakteristisch süßlichem Geruch. Es löst Fette, Lacke und Harze und gehört zur Stoffklasse der Ketone. Im Zigarettenrauch entsteht es nicht durch Beimischung, sondern als Verbrennungsprodukt der Tabakzucker und organischer Bestandteile.
Warum ist Aceton in Zigaretten?
Beim Verbrennen von Zellulose, Tabakzucker und pflanzlichen Ölen entstehen oxidative Zwischenprodukte — eines davon ist Aceton. Es wird also nicht zugesetzt, sondern bildet sich zwangsläufig bei der unvollständigen Verbrennung. Pro Zigarette gelangen so 100 bis 250 Mikrogramm Aceton in den Hauptstromrauch (Quelle: DKFZ).
Was Aceton im Körper macht — kurzfristig
Aceton reizt Schleimhäute. In der Mundhöhle, im Rachen und in den Atemwegen kann es zu trockenem Husten, Halskratzen und Augenreizung führen. Bei höheren Konzentrationen kommen Kopfschmerzen und leichte Benommenheit hinzu. In den Mengen einer einzelnen Zigarette ist das kaum bewusst spürbar — die Wirkung summiert sich aber über jede Inhalation.
Was Aceton langfristig macht
Langfristig ist die Beweislage für direkte Aceton-Schäden dünner als für andere Tabak-Schadstoffe — als reines Aceton gilt es als wenig krebsrelevant. Allerdings wirkt es als Co-Reizstoff: es erhöht die Durchlässigkeit der Bronchialschleimhaut und erleichtert anderen Schadstoffen den Eintritt ins Gewebe. Die ECHA stuft chronische Inhalationsexposition als gesundheitsschädlich ein.
Wo kennst du Aceton sonst noch?
Aceton kennt jeder aus dem Nagellackentferner. Industriell wird es als Verdünnungsmittel für Lacke und Druckerfarben eingesetzt und ist Bestandteil vieler Kleber. Es ist der charakteristische Geruch im Krankenhausgang vor der Lackiererei.
Im Vergleich
Der Arbeitsplatz-Grenzwert für Aceton liegt bei 1.200 mg/m³ über 8 Stunden (BfR MAK). Eine einzelne Zigarette liefert deutlich weniger absolut, aber direkt und tief in die Lunge — eine Aufnahmeart, gegen die der Arbeitsplatz-Grenzwert nicht schützt.
Arbeitsplatz-Grenzwert: 1200 mg/m³ (BfR MAK, 8 h)
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